Khoresht Lubia Sabz
persischer Bohnenschmortopf

Habt ihr schon mal persisch gekocht? Nein? Dann solltet ihr unbedingt damit anfangen! Ich habe eine Kollegin, die aus dem Iran kommt und sie hat uns vor einigen Jahren mal zu sich nach Hause eingeladen und hat für uns gekocht. Und es war wirklich köstlich. Aber nicht nur das Essen war ein Erlebnis, die ganze Gastfreundschaft, die Begrüßung, der Tee – einfach alles war toll und so ganz anders als bei uns.Während man bei uns meist einen Aperitif zur Begrüßung trinkt, gab es bei ihr einen klassischen Schwarztee. Zugegebenermaßen war ich bis dato nicht die größte Schwarzteetrinkerin auf dem Planeten (okay, ich habe NIE Schwarztee getrunken) aber wenn man so herzlich begrüßt wird, sagt man natürlich nicht nein. Und ich sage euch eins: Der Tee war so lecker, dass ich tatsächlich noch einen zweiten getrunken habe. Ich brauche nicht zu sagen, dass ich inzwischen sehr gerne Schwarztee trinke – auch, weil ich die belebenden Eigenschaften von Schwarztee als Mutter eines kleinen Kindes mittlerweile sehr zu schätzen weiß 🙂

Aber zurück zur persischen Küche… Es gab bei meiner Kollegin ein köstliches Gericht mit geschmortem Rindfleisch und Auberginen, dazu Reis mit einer knackigen Kruste, die sich Tahdig nennt, und dazu Must-O-Khiar. Mein Mann und ich waren als Nicht-Auberginen-Esser so begeistert, dass ich gleich nach dem Rezept gefragt habe und es mittlerweile schon einige Male auf unserem Tisch gelandet ist. Als ich sie dann nach weiteren, traditionellen Gerichten gefragt habe, hat sie mir ein paar notiert und ich habe angefangen im Internet zu recherchieren.

So lange, bis ich mir dann tatsächlich das Buch Die persische Küche* von Neda Afrashi gekauft habe. Ein paar Screenshots später wurde mir dann bestätigt, dass die darin befindlichen Rezepte tatsächlich sehr authentisch sind und ich habe fleißig Klebezettelchen verteilt. Und genau aus diesem Buch stammt auch das heutige Rezept. Die Zutaten sind denkbar einfach und die Gewürze in jedem besser sortierten Gewürzschrank zu finden.

Die Mischung aus zart geschmortem Rindfleisch, Kartoffeln, Bohnen und den milden Gewürzen schmeckt super lecker und ist gerade bei diesem Wetter ein absolutes Seelenfutter. Und wenn – wie gerade – keine Bohnensaison mehr ist, dann könnt ihr auch problemlos gefrorene Bohnen verwenden. Meine Kollegin hat mir erzählt, dass sie die gefrorenen Bohnen dann “liebevoll” und mithilfe einer Pfanne so lange bearbeitet, bis dabei mundgerechte Stücke entstehen. Ihr könnt das aber gerne so handhaben, wie ihr das möchtet 🙂 Nur eines würde ich auf jeden Fall tun: Das Rezept ausprobieren.

Im Originalen wird übrigens Lammfleisch verwendet. Weil wir das aber aus Gründen nicht allzu häufig essen, hab ich einfach Rindfleisch genommen. Das tut aber weder dem Geschmack noch der Authentizität des Rezepts einen Abbruch.

Khoresht Lubia Sabz persischer Bohnenschmortopf
 
Zutaten
  • 1 kg Rinderschmorfleisch (z.B. falsches Filet)
  • 2 Zwiebeln
  • 500 g frische Bohnen (außerhalb der Saison auch mit gefrorenen möglich)
  • 1 TL Paprikapulver, scharf*
  • 2 TL Curcuma*
  • 1 Dose gehackte Tomaten* (à 425 g)
  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz
  • Pfeffer
  • Butterschmalz
Zubereitung
  1. Das Fleisch in ca. 3x3 cm große Würfel schneiden. Das Butterschmalz in einem Bräter erhitzen und das Fleisch darin rundherum scharf anbraten.
  2. Die Zwiebel schälen, würfeln und zum Fleisch geben. Einige Minuten mit anbraten.
  3. Nun das Paprikapulver und Curcuma dazugeben, unterrühren und das Fleisch mit den gehackten Tomaten aus der Dose ablöschen.
  4. Nun mit geschlossenem Deckel ca. 1 Stunde auf niedriger Stufe schmoren (nicht kochen!) und dabei gelegentlich umrühren.
  5. In der Zwischenzeit die Bohnen waschen, putzen und in ca. 3-4 cm lange Stücke schneiden, die Kartoffeln schälen und grob würfeln.
  6. Nach Ablauf der Stunde die Bohnen dazugeben und etwa 50 ml heißes Wasser unterrühren. Für weitere 30 Minuten schmoren.
  7. Anschließend die Kartoffelwürfel unterrühren, mit Salz und Pfeffer würzen und weitere - je nach Sorte der Kartoffel - 30-60 Minuten schmoren.
  8. Den Schmortopf mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken.
  9. Dazu Reis und Must-o-Khiar servieren.

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