{Rezension} Cheesecakes, Pies & Tartes von Cynthia Barcomi – Oreo Cheesecake

Das erste Mal bin ich vor ein paar Jahren auf Cynthia Barcomi aufmerksam geworden. Ich war krank und saß zuhause auf der Couch als sie auf irgendeinem Sender im Frühstücksfernsehen zu Gast war und etwas gebacken hat. Sie war mir gleich sympatisch – das, was sie da gebacken hat sah so einfach und unprätentios aus. Also habe ich mal näher recherchiert und bin nicht nur über ihre Bücher sondern auch über ihre Kaffeerösterei und ihr Deli in Berlin gestolpert. War klar, dass wir bei unserem nächsten Berlin Aufenthalt einen Zwischenstopp im Deli eingelegt haben. Nicht nur die Kuchen und Sandwiches sind toll sondern auch der Hinterhof, in dem das Deli gelegen ist. Solltet ihr mal in Berlin sein, ist das Deli definitiv einen Stopp wert. Aber heute geht es um ihr neues Buch Cheesecakes, Pies & Tartes*
© Maja Smend/Mosaik Verlag

Zum Autor

Cynthia Barcomi ist gebürtige Amerikanerin und kommt aus Seattle. Nachdem sie ein paar Jahre in New York gelebt hat, verschlug es sie in ihre Wahlheimat Berlin. Hier lebt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren vier Kindern und betreibt, wie oben bereits erwähnt, eine Kaffeerösterei sowie ein Deli. Backen ist ihre große Leidenschaft und so ist “Cheesecakes, Pies & Tartes” bereits ihr fünftes Backbuch – ihr sechstes Buch insgesamt.

Erster Eindruck

Das Buch ist fest gebunden und hat – was mich positiv überrascht – ein Lesebändchen. Oftmals findet man diese nur bei sehr teuren Büchern und umso mehr freut es mich, dass es eines hat. Das Cover ist sympathisch – man sieht eine strahlende Cynthia Barcomi, wie sie einen Cheesecake in die Kamera hält. Einzig die Farbe des Titels gefällt mir so auf Anhieb gar nicht – neonfarben prangt “Cheesecakes, Pies & Tartes” fett und grell mitten auf dem Cover und lenkt von der sympatischen Autorin und der Skyline New Yorks im Hintergrund ab. Schade. Aber das ist Geschmacksache und sagt ja glücklicherweise nichts über den Inhalt aus.
Beim ersten Durchblättern fällt mir sofort auf, dass nicht nur jedes Rezept bebildert ist sondern, dass auch einige Making-Of Bilder im Buch sind, die einzelne Schritte veranschaulichen.

Inhalt

Das Buch beginnt mit dem kurzen Vorwort  “Mein größtes Geheimnis” der Autorin. Darauf folgt ein – in meinen Augen – essentieller Teil, wenn mann möchte, dass die Rezepte gelingen. Cynthia erklärt, worauf es bei den Zutaten ankommt, wie der perfekte Boden gelingt und was bei der Zubereitung unbedingt beachtet werden muss. Befolgt man all diese Tipps, bekommt man einen perfekten Cheesecake, Pie oder die perfekte Tarte.
Nun kommt man zum eigentlichen Rezeptteil – acht Kapitel, die sich wie folgt nennen:
  • I love Cheesecake
  • Cheesecake Bars
  • Gluten Free Cheesecakes
  • Hello, Miss American Pie
  • Homemade in Europe
  • Gluten Free Tarts
  • Free Form and Hybrids
  • Savory Cheesecakes, Pies & Tarts
Abschließend kommt noch das Register sowie die Danksagung der Autorin. Besonders gefällt mir, dass es sich nicht nur um süße Rezepte handelt, sondern dass den herzhaften Leckereien auch ein spezielles Kapitel gewidmet wurde.

Rezepte

Kann man ein ganzes Buch mit Rezepten zu Cheesecakes, Pies & Tartes füllen? Pies und Tartes – klar, da gibt es so viele verschiedene Variationen, dass man damit wahrscheinlich fünf Bücher füllen könnte. Aber Cheesecakes? Ich war skeptisch und gespannt zugleich. Und wurde positiv überrascht. Cynthia verwendet nicht nur den für amerikanische Cheesecakes klassischen Frischkäse sondern auch Hüttenkäse, Mascapone und Ricotta. Sie verrät ihr Rezept für den perfekten Graham Cracker Keksboden (und nein, der kann nicht durch Butterkekse ersetzt werden) aber wer meint, es gibt nur einen Boden mit verschiedenen Füllungen, der täuscht. Beinahe jeder Cheesecake hat einen anderen Boden. Mal verwendet sie Haselnüsse, mal Haferflocken oder auch gerne mal Vollkornmehl. Man kann sich also quasi ein Mal quer durch das ganze Buch backen um danach seine eigenen Kreationen zu basteln.
Es gibt eine große Anzahl an glutenfreien Rezepten, die ganz einfach nachgemacht werden können. Außerdem gibt sie für einige Rezepte auch die Mengen für eine kleine und eine große Backform an. An dieser Stelle hätte ich mir das nicht nur für ein paar der Rezepte gewünscht sondern tatsächlich für alle, die in einer runden Form gebacken werden.
Die meisten Cheesecake- und Pierezepte sind für Backformen von entweder 15 cm oder 23 cm Durchmesser vorgesehen. Praktisch, wer da die Backformen con Cynthia Barcomi hat – aber das ist sicherlich kein Muss für die erfolgreiche Umsetzung der Rezepte.
Die Zutaten sind in jedem besser sortierten Supermarkt erhältlich und die Rezepte sind – sofern man sich wirklich genau an die Beschreibung hält – leicht umzusetzen und auch für Anfänger bestens geeignet.
Auf meiner Nachbackliste stehen noch zwei oder drei Exemplare, die ich unbedingt machen muss:
  • Chocolate Swirl Cheesecake Bars
  • Cherry Pie
  • Coconut Cheesecake with Macadamia Nut Crunch
  • Townie: Brownie Tart
  • New York Special Savory Cheesecake
Aber natürlich habe ich auch schon ein paar Rezepte ausprobiert. Wie gut, dass wir liebend gerne Käsekuchen essen (insbesondere der Gatte) und hier bietet es sich für einen 2 Personen Haushalt (okay – 2,5 Personen aber der kleine zählt noch nicht), dass es auch ausreichend Rezepte für eine 15 cm Backform gibt. Ausprobiert habe ich folgende Rezepte:
  • Deconstructed French Onion Soup Tart
  • Gluten Free Banana Cheesecake
  • Oreo Cheesecake
So viel kann ich verraten. Gelungen sind alle Rezepte und absolut umgehauen hat uns der Oreo Cheesecake. Eigentlich bin ich kein allzu großer Fan dieser Kekse aber in letzter Zeit freunde ich mich immer mehr mit ihnen an. Der Kuchen ist wahnsinnig cremig und mit gerade einmal 100 Gramm zusätzlichem Zucker überhaupt nicht zu süß (vor allem nicht, wenn man amerikanische Rezepte kennt und um deren Zuckergehalt weiß). Das Rezept dafür, habe ich heute für euch dabei:
Oreo Cheesecake
 
Zutaten
  • Für eine 15 cm Springform
  • Für den Boden
  • 14 Oreo Kekse
  • 25 g zerlassene Butter
  • Für die Füllung
  • 525 g Frischkäse
  • 100 g Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt (oder das Mark 1 Vanilleschote)
  • 3 Eier
  • 200 g saure Sahne
  • 1 EL Maisstärke
  • 1 Prise Salz
  • 5 zerkleinerte Oreo Kekse (grobe + feinere Stücke)
  • weitere Oreo Kekse für die Dekoration
Zubereitung
  1. Boden
  2. Den Backofen auf 160 Grad Umluft oder Unterhitze vorheizen. Die Backform einbuttern.
  3. Die Oreo Kekse zu kleinen Krümeln verarbeiten - entweder in der Küchenmaschine oder in einem Gefrierbeutel. Dazu die Kekse in den Gefrierbeutel geben, diesen verschließen und mit dem Nudelholz solange darüber rollen, bis nur noch feine Krümel übrig sind.
  4. Die Kekskrümel mit der zerlassenen Butter vermischen und in die Backform geben. Gleichmäßig verteilen und andrücken und dann für 10 Minuten backen. Herausnehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen (glaubt mir - das ist wichtig!)
  5. Füllung
  6. Den Frischkäse zusammen mit dem Zucker und dem Vanilleextrakt in eine Rührschüssel geben und mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät cremig aufschlagen. Anschließend ein Ei nach dem anderen vollständig unterrühren und dabei darauf achten, nicht zu viel Luft einzuarbeiten (sonst reißt der Kuchen später).
  7. Das Salz zusammen mit der sauren Sahne und anschließend der Maisstärke unterrühren. Die zerkleinerten Oreo Kekse mit einem Teigschaber vorsichtig unterheben.
  8. Zwei Streifen Alufolie kreuzförmig auf die Arbeitsfläche legen und die abgekühlte Backform mittig darauf platzieren. Die Form nun gründlich mit der Alufolie einschlagen und somit gut abdichten. 1 Liter Wasser zum kochen bringen.
  9. Die Füllung nun gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Die in Alufolie geschlagene Backform nun in ein tiefes Backblech oder eine große Auflaufform stellen und auf die unterste Schiene des vorgeheizten Backofens stellen.
  10. Das kochende Wasser eingießen bis die Backform ca. 2 cm hoch im Wasser steht. Den Cheesecake insgesamt 60 Minuten backen. Nach 30 Minuten prüfen, ob noch genug Wasser in der Form ist.
  11. Den fertigen Cheesecake aus dem Backofen nehmen und auf ein Abkühlgitter stellen. Mit einem dünnen Messer zwischen der Backform und dem Kuchen entlang fahren damit die Oberfläche des Kuchens beim Abkühlen nicht reißt.
  12. Den Kuchen auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und danach noch für mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank geben, damit er vollständig durchkühlen kann.
  13. TIPP: Der Kuchen MUSS auf Zimmertemperatur abkühlen und er MUSS mindestens 4 Stunden im Kühlschrank durchkühlen. Glaubt mir, ich habe es probiert :o)
 

Fazit

Wer wissen will, wie man den perfekten Cheesecake zaubert, einen knusprigen Boden mit viel Geschmack hinbekommt oder den perfekten Teig für einen Pie oder eine Tarte zubereitet, sollte sich das Buch kaufen. Cynthia verrät Tipps und Tricks und es gibt immer wieder Making-Of Bilder. Die Auswahl an Rezepten überzeugt mich vollends – man spürt die Leidenschaft der Autorin für dieses Thema. Mich hat das Buch in erster Linie wegen den Cheesecake Rezepten interessiert, beim Durchblättern habe ich mich aber auch sofort in einige andere Rezepte verliebt. Ich werde das Buch sicher öfter zur Hand nehmen, das ein oder andere Rezept abwandeln und ein bisschen experimentieren – das Buch bietet auch hierfür eine wunderbare Basis. Von mir eine klare Empfehlung.

Infos

Titel: Cheesecakes, Pies & Tartes*
Autorin: Cynthia Barcomi
Erschienen im Mosaik Verlag
ISBN-13: 978-3-442-39301-5
176 Seiten, 99 farbige Abbildungen
18,99 Euro

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2 Kommentare zu “{Rezension} Cheesecakes, Pies & Tartes von Cynthia Barcomi – Oreo Cheesecake

  1. Hallo Janina
    Dein Rezept klingt sehr lecker, nur habe ich leider nicht verstanden was ich mit dem Liter kochendes Wasser machen muss…
    Möchte den Cheesecake für meinen Neffen backen.
    Sonnige Grüsse
    Monica

    1. Hallo liebe Monica,
      das steht im Rezept – das Wasser soll in das Backblech gegossen werden sodass die Backform ca. 2 cm tief im Wasser steht. Man backt diesen Kuchen im Wasserbad. Dadurch wird er super cremig und reisst nicht so arg.
      Liebe Grüße und gutes Gelingen
      Janina

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