{Rezension} Ein Sommer wie damals von Claudio del Principe

Ich glaube ich habe euch ja schon einmal erzählt, dass ich ein kleiner Italien Fan bin. Nicht nur die tolle Landschaft und die herzliche Art der Italiener begeistert mich jedes Mal aufs Neue – auch die italienische Küche gehört zu meinen liebsten Landesküchen. Das Land mit seinen 20 Regionen hat kulinarisch so viel zu bieten. Kaum ein Land kann mich mit seiner Küche so begeistern wie Italien. Deswegen habe ich mich sehr über das Erscheinen des Buches Ein Sommer wie damals* gefreut und möchte euch heute meine Eindrücke schildern…

Zum Autor

Claudio Del Principes Wurzeln liegen in Italien – genauer gesagt in den Abruzzen. Zusammen mit seiner Familie lebt er heute in der Schweiz und schreibt neben seinem Blog Anonyme Köche auch sehr erfolgreich Kochbücher. Das erste Mal wurde ich auf ihn aufmerksam, als im Brandstätter Verlag sein Buch “Italien vegetarisch” erschien – ein Buch, das natürlich Einzug in mein Regal gehalten hat. Umso gespannter war ich auf sein nachfolgendes Buch.

Erster Eindruck

Das Buch ist wertig. Das sieht man auf den ersten Blick. Leineneinband, geprägter Titel, Banderole, drei Lesebändchen. Alles Dinge, die mich auf den ersten Blick begeistern. Auch der Blick ins Innere des Buches enttäuscht bei ersten Durchblättern keineswegs. Stimmungsvolle Bilder, die teilweise wirken, als wären sie aus einer anderen Zeit – wie damals eben. Nicht nur das in Szene gesetzte Essen sondern auch die vielen kleinen Impressionen Italiens begeistern mich auf Anhieb. Die Foodfotos kommen ohne viel Chichi aus – das zubereitete Essen wirkt für sich. Sehr appetitlich, sehr ästhetisch, sehr geschmackvoll.
© Claudio Del Principe/Brandstätter Verlag

Inhalt

Der Aufbau des Buches gefällt mir. Nach einem Vorwort, das einen die Emotionen und die Begeisterung für das Land und seine Speisen förmlich spüren lässt, geht es nicht unmittelbar in den Rezeptteil über. Erst einmal gibt Claudio Del Principe dem Leser seine persönliche Playlist an die Hand. Lieder, die in ihm Emotionen hervorrufen und unmittelbar mit Italien verknüpft sind. Erst dann geht es zu den Rezepten.
Das Buch ist in insgesamt fünf Kapitel unterteilt
  • Antipasti – Pizze Focaccie –
  • Primi – Pasta Risotto –
  • Secondi – Fisch –
  • Secondi – Fleisch –
  • Dolci
Das Buch schließt mit dem Register ab. Ein für mich – und das betone ich immer wieder und auch sehr gerne – wichtiges “Kapitel”, das mir die Suche nach einzelnen Rezepten und Zutaten wesentlich erleichtert.
Was das Buch besonders sympatisch aber auch persönlich macht, sind die Geschichten, die Claudio Del Principe immer wieder einwirft. Zwischen den Rezepten finden sich immer wieder einzelne Seiten – teilweise mit Fotos des Autors aber immer mit sehr persönlichen Erfahrungen und Anekdoten aus seinen Urlauben in Italien. Mal zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken aber immer mit dem Gefühl, unbedingt selber die Koffer packen zu müssen um in den heißersehnten Italienurlaub aufzubrechen.
© Claudio Del Principe/Brandstätter Verlag

Rezepte

“Schlicht” oder “Weniger ist mehr” – so könnte man Claudio Del Principes Motto mit wenigen Worten zusammenfassen. Wenige Zutaten, dafür aber von bester Qualität, das reicht manchmal schon für ein tolles Rezept und ein gutes Essen.
Zu jedem Rezept schreibt er eine kleine Einleitung, meist über die Zutaten, die Zubereitung oder den Ursprung des Gerichts.
Die Rezepte an sich sind klar strukturiert, die Zutatenliste klar gegliedert und die Zubereitung so kanpp wie möglich beschrieben. Die meisten Rezepte sind nicht länger als eine Seite, viele tatsächlich auch wesentlich kürzer.
Immer wieder finden sich nützliche Tipps oder Angaben zu Variationen am Ende der Zubereitungsbeschreibung.
Die Rezepte sind wahnsinnig abwechlungsreich. Es werden allerhand Meeresfrüchte, Fischsorten, Fleisch aber auch Hülsenfrüchte und Gemüse verwendet. Aber genau hier liegt  in meinen Augen auch der einzige Schwachpunkt des Buches. Viele der genannten Fischsorten bekommt man in Deutschland nicht frisch – und wenn man sie bekommt, dann wohl eher in größeren Städten oder Feinkostläden. Auch einige Gemüsesorten bekommt man –  zumindest wenn man abseits einer großen Stadt mit italienischen Feinkostläden lebt – eher schwierig.
Nichtsdestotrotz sind auch wahnsinnig viele Rezepte mit den in Deutschland erhältlichen Lebensmitteln wunderbar umsetzbar. Hier ein kleiner Auszug der verschiendensten Rezepte:
  • Gebratene und marinierte Zucchini
  • Gefüllte Oliven
  • Kichererbsen Pizza
  • Peperonata
  • Pasta alla Norma
  • Gnocchi mit Scampi und Spinat
  • Risotto mit Meeresfrüchten
  • Pappardelle mit Wildschwein
  • Schwertfisch
Man sieht, dass die Bandbreite der Rezepte enorm ist. Ich habe bis jetzt leider erst zwei Rezepte ausprobieren können, da ich auf saisonale Lebensmittel großen Wert lege. Ich kann es also kaum erwarten bis Zucchini und Tomate sowie Aubergine endlich bei uns aus regionalem Anbau zu bekommen ist. Auf meiner dringenden Nachkochliste stehen:
  • Peperonata
  • Focaccia barese (mit Tomaten)
  • Pappardelle mit Wildschwein
Was ich euch aber jetzt schon wärmstens empfehlen kann ist das Rezept für Kalbsschnitzel in Zitronensauce und das Mandel Parfait – das Rezept dafür bekommt ihr morgen.
© Claudio Del Principe/Brandstätter Verlag

Fazit

Das Buch gefällt mir. Sehr sogar. Nicht nur, weil die Rezepte vielschichtig und sehr abwechslungsreich sind sondern auch, weil man die Liebe und Passion von Claudio Del Principe spürt. Seine Liebe zu Italien und seine Passion für gutes Essen. Ich bekomme sofort Lust meine Koffer zu packen, ins Auto zu steigen und nach Italien zu fahren. Ich werde das Buch sicherlich noch öfter zur Hand nehmen. Wer hier Pizza und Pasta erwartet, wird enttäuscht. Das Buch hat raffinierte Rezepte von vermeintlich nicht so klassischen Rezepten. Vermeintlich deshalb, weil uns als Tourist die ein oder andere Köstlichkeit bisher vielleicht verborgen geblieben ist. Vor meinem nächsten Urlaub, werde ich das Buch zur Hand nehmen und mich darauf einstimmen, was ich gerne – sofern es möglich ist – probieren möchte.
Nach der ein oder anderen Zutat werde ich auf jeden Fall Ausschau halten wenn ich das nächste Mal in einen italienischen Feinkostladen gehe. Für meinen persönlichen Geschmack, hätte das letzte Kapitel ein bisschen ausführlicher sein dürfen – Italien, das Land der Dolci. Gerne hätte ich hierfür noch eine Handvoll Rezepte mehr gehabt. Aber das hätte vermutlich den Rahmen gesprengt.
Von mir auf jeden Fall eine klare Empfehlung!

Infos

Titel: Ein Sommer wie damals*
Autorin: Claudio Del Principe
Erschienen im Brandstätter Verlag
ISBN-13: 978-3-85033-968-1
240 Seiten, 200 farbige Abbildungen
29,90 Euro

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2 Kommentare zu “{Rezension} Ein Sommer wie damals von Claudio del Principe

  1. Grazie mille, liebe Janina! Eine so ausführliche und sorgfältige Besprechung, wow. Etwas, das ich mir sehr gewünscht habe, hast du schon geplant: Das Buch auch als kleinen, inspirierenden Kompass für den bevorstehenden Italienurlaub zu nutzen. Toll, ich freu mich für dich: Buone vacanze 🙂

  2. Lieber Claudio,
    Danke für deinen netten Kommentar! Es freut mich immer auch eine Rückmeldung der Autoren zu bekommen. Der nächste Italienurlaub steht im Oktober bevor… Ich werde mich von deiner Playlist inspirieren lassen 😉
    Liebe Grüße und einen schönen Abend 🙂

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