USA
die Südstaaten bis Chicago

Mein Mann und ich verreisen gerne… Nachdem wir dieses Jahr unseren Argentinienurlaub aus familiären Gründen auf Eis gelegt hatten, wollten wir ein bisschen Europa entdecken – Orte, zu denen man eben nicht um die halbe Welt fliegen muss. Aber der Drang in die große weite Welt war enorm… Wir mussten einfach raus. Wir hatten fest vor ein paar Tage in Hamburg zu verbringen. Hamburg ist eine Stadt, die schon seit einiger Zeit auf unserer Liste steht. Als die Wettervorhersagen dann aber für die Zeit, in der wir Urlaub beantragt hatten, für Hamburg (und Berlin – was unsere zweite Wahl gewesen wäre) eher suboptimal waren haben wir über Alternativen nachgedacht.

Irgendwie ist dann irgendwer (okay, ich wars, ich geb’s zu) darauf gekommen mal nachzuschauen, wie teuer denn die Flüge in die USA so sind, wenn man ganz kurzfristig bucht. Vor anderthalb Jahren waren mein Mann und ich schon an der Westküste. Florida hatte ich besucht als ich 15 Jahre alt war und einen Sprachkurs gemacht habe. Und so sind wir auf die Südstaaten gekommen… Mal etwas ganz anderes.. Und siehe da, die Flugpreise waren annehmbar – jetzt müsste nur noch der Gatte überzeugt werden. Und das war zu meinem Erstaunen überhaupt kein Problem. Das Gespräch lief ungefähr so ab: “Schatz, was würdest du denn von den USA halten? So ganz spontan, die Südstaaten oder so?!” Und seine Antwort: “USA wären auch was! Klar! Ich schau mal nach Flügen!” To make a long story short: Wir haben unseren Urlaub kurzerhand um zwei Tage verlängert und
Montags einen Flug für Mittwoch gebucht… Wenn das nicht mal spontan ist :o)
Den Urlaub beginnen wollten wir in New Orleans und uns dann so allmählich hoch arbeiten nach Chicago. Und auf jeder Reise wird auch immer wieder probiert was die verschiedenen Orte denn kulinarisch so zu bieten haben. Und so habe ich natürlich das ein oder andere Foto für euch gemacht um euch teilhaben zu lassen…
usa_tour_1New Orleans ist bekannt für sein wunderschönes (und leider auch sehr touristisches) French Quarter, die Musik und den Mississippi. Was ich bis zu unserer Ankunft nicht wusste: New Orleans ist genauso bekannt für seine Pralines und Beignets. Mit Pralines sind aber keineswegs kleine, runde Schokopralinen gemeint wie man vermuten könnte sondern sie bestehen aus Zucker, Sahne, Butter und Nüssen. Also im Prinzip eine Art Karamell, das die Form eines Cookies hat. Je nach Belieben kann man das Rezept natürlich auch ein bisschen abwandeln und so gab es auch Pralines mit Rum, Zimt oder Vanille in der Masse. Man kann bei der Herstellung dieser Köstlichkeit in New Orleans in vielen Shops zusehen und gleichzeitig dann ein Stück davon probieren. Solltet ihr jemals die Südstaaten besuchen, dann lasst euch dieses kleine kulinarische Highlight bloß nicht entgehen. Simpel aber lecker! Ich werde versuchen, die Pralines mal nachbzubauen. Sollte es gelingen, dann seid gespannt!

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Die Beignets sind im Café du Monde mitten im French Quarter zu haben. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass wir sie nicht probiert haben denn wir hatten bei 30 Grad keine Lust uns in eine 150 Meter lange Schlange wartender Touristen einzureihen. Aber die Dinger müssen geschmeckt haben – immerhin lief jeder Zweite mit einer Beignet Tüte des Café du Monde rum. In jedem Souvenir Shop gab es für teuer Geld dann einen Beignet Mix zu kaufen um sich die Leckerei mit nach Hause nehmen zu können. Mitten im French Quarter gibt es auch eine kleine Markthalle, in der man sich allerlei Leckereien kaufen kann… Und auch wenn wir in den USA waren konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und habe mir einen Crèpe gegönnt…
Nach New Orleans stand dann eine Swamp Tour in der Nähe von Lafayette auf dem (nicht vorhandenen) Plan. Wir hatten in Bolivien vor ein paar Jahren einmal nachts auf dem Amazonas versucht einen Alligator zu sichten, woran wir aber kläglich scheiterten. Hätten wir gewusst, dass es in den Swamps von Louisiana nur so vor Alligatoren wimmeln, hätten wir uns den nächtlichen Ausflug auf dem Amazonas vielleicht erspart. Hier gab es so viel zu sehen… Alligatoren, Schildkröten und jede Menge Vögel. Definitiv einen Ausflug wert! Plant einen halben Tag ein.
Der nächste große Stop war Memphis. Und jeder weiß, dass Memphis die Heimatstadt von Elvis war… Also stand natürlich Graceland – das Wohnhaus Elvis’ – auf unserer Liste. Auch für absolute Nicht-Elvis-Fans (wie mich) ist der Besuch von Graceland einen Abstecher wert und durchaus interessant. Und weil ein solcher Besuch hungrig macht und wir quasi in der Hauptstadt des BBQ waren, sind wir danach noch Spareribs essen gegangen (zur absoluten Freude meines Mannes).
usa_tour_3Ich hatte die Rippchen mit dem “Dry Rub” und mein Mann mit einer Marinade – die obligatorischen Beilagen sind Cole Slaw, also eine Art Kohlsalat und dazu noch Bohnen, die trotz der Optik echt gut waren. Gegessen haben wir bei Corky’s – einer echten Institution in Memphis mit dem angeblich besten BBQ der Stadt. Ja, es war sehr gut aber ich kann mir auch vorstellen, dass das noch besser geht :o)
Am nächsten Tag hatten wir also eigentlich schon alle Sehenswürdigkeiten Memphis gesehen denn bis auf Graceland hat die Stadt leider nicht allzuviel zu bieten – zumindest nicht, wenn man nicht sonderlich musikinteressiert ist. So haben wir beschlossen den Tag langsam und vor allem mit ein paar köstlichen Cupcakes angehen zu lassen. Wir haben also einen Abstecher zu Muddy’s Bake Shop gemacht – ein Cupcake Laden wie aus dem Bilderbuch.Wahnsinn!

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Alles ist mit Liebe zum Detail dekoriert und die Cupcakes schmecken herrlich. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Buttercreme Frosting aber der Schokoladen Sponge mit Bananenbuttercreme war der absolute Oberhammer.
Ich bin noch auf der Suche nach einen Rezept. Kenn ihr vielleicht eins?
Hier mal einen Blick in die Auslage:

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Nach einem ausgiebigen Cupcake Frühstück und nachdem wir den Reiseführer gewälzt hatten um zu sehen, was wir uns denn noch anschauen könnten, haben wir kurzerhand beschlossen ins Stadtzentrum zu fahren. Da sollte es ganz gemütlich sein und wir hatten ja noch ein bisschen Zeit. Gesagt, getan.
Leider waren wir vom “Stadtzentrum” nicht so angetan. 10 Minuten die Straße rauf, 10 Minuten die Straße runter und man hatte so ziemlich alles gesehen. Schade. Memphis ist also eine Reise wert, wenn es auf dem Weg liegt, man Musikliebhaber ist und einen Graceland interessiert, andernfalls lohnt es sich nicht, einen großen Umweg zu machen. Das BBQ Festival hatten wir leider verpasst, die Helfer waren schon dabei, alles abzubauen. Schlechtes Timing leider.

usa_tour_7Eine kleine Entdeckung haben wir aber trotzdem noch gemacht… Und die war wirklich toll! Ganz versteckt in einem kleinen Ladenlokal gab es einen Nussladen… The Peanut Shoppe! Und weil mich Essen ja quasi magisch anzieht, haben wir kurzerhand einen Blick riskiert…

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Wir wurden nicht enttäscht. Es gab alle möglichen Nüsse, man durfte alles probieren und der Duft war sagenhaft. Da wir sehr gerne Erdnüsse essen, haben wir uns kurzerhand für eine große Tüte frisch gerösteter (und noch warmer) Erdnüsse entschieden. Sowas habe ich hier in Deutschland noch nicht gegessen und einen vergleichbaren Laden leider auch noch nie gesehen. Könnt ihr mir da vielleicht was empfehlen?
Der Laden ist familiengeführt und die Besitzer sind unwahrscheinlich freundlich. Die Tochter hat uns bedient und wir kamen ein bisschen ins Gespräch wobei sich rausstellte, dass ihr Onkel als Architekt in Berlin arbeitet. Ja, so klein ist die Welt manchmal.
Unsere Reise führte und dann die nächsten Tage weiter über Indianapolis, wo wir eigentlich nur zum shoppen waren, nach Muncie wo ich meine liebe Großcousine Petra kennenlernen durfte, über den Lake Michigan nach Chicago. Und ich sag’ euch eins: Allein Chicago ist eine Reise wert! Ich dachte Chicago wäre ein bisschen so, wie viele amerikanische Städte: Laut, unübersichtlich und vor allem ohne richtigen Stadtkern. Aber mein Mann und ich waren absolut positiv überrascht. Fast schade, dass wir nur 3 Tage in Chicago eingeplant hatten. Es hätten wirklich gerne noch ein paar mehr sein dürfen. Natürlich haben wir uns hier auch kulinarisch nicht lumpen lassen und ein bisschen was probiert.
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Am Rande des Millenium Parks gibt es ein paar schöne Restaurants und so haben wir gleich am Tag unserer Ankunft beschlossen hier essen zu gehen. Die Preise waren annehmbar und wenn man schon mal im Urlaub ist, spricht auch nichts gegen einen nachmittäglichen Cocktail :o) Der Burger war für den Gatten. Ich dachte ich gönne mir mal einen schönen Cesar’s Salad, der auch wunderbar geschmeckt hat. Da ich aber auch noch etwas brauchte, das sättigt (okay, und weil ich wie ein kleines Kind bin – Pommes gehen immer) habe ich mir einfach eine Portion dazu bestellt. Pommes und Salat. Ja, so bin ich. Darf ich übrigens vorstellen:
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Meine 8 Dollar Pommes (in Worten A-C-H-T). Da hat der ganze Burger mit Pommes nur unwesentlich mehr gekostet. Da bringt auch die ganze Präsentation, die zugegebenermaßen ganz nett war, nichts. Für acht Dollar erwarte ich zumindest ein bisschen Feenstaub oder Goldregen dazu. Aber nein. Pommes rot weiß für acht Dollar. Falls ihr es noch nicht verstanden haben solltet: ACHT DOLLAR!!! Ich bin immer noch ein klein wenig entsetzt. Kein Wunder, dass das nicht auf der Karte stand. Aber was soll der Geiz?! Ist ja schließlich Urlaub (und dennoch ärgerlich!).
Nach einem ausgiebigen Nachmittagsmahl haben wir uns also die Stadt noch ein bisschen näher angesehen und waren begeistert. Urban Gardening nahe des Millenium Parks, große Grünflächen, nette Leute und eine gute Stimmung. Also falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte – auf nach Chicago!
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Bei unserem Spaziergang durch die Stadt sind wir dann auch auf eine kleine Demo gestoßen. Neugierig wie ich bin, habe ich mir das Ganze mal aus der Nähe angesehen. Und siehe da, es ging um ein nicht uninteressantes und tatsächlich auch wichtiges Thema, das uns alle betrifft. Es ging um den umstrittenen Megakonzern Monsanto. Der Konzern produziert Unkrautvernichtungsmittel und Saatguten – darunter auch genmodifizierte. Der Konzern war einer der Konzerne, die nach dem Vientam Krieg von US Soldaten, die mit dem Mittel Agent Orange – einem Entlaubungsmittel – in Kontakt kamen, verklagt wurde. Ich fände es schön, wenn ihr euch zu dem Thema einfach mal ein oder zwei gute Artikel durchlest und euch damit vielleicht ein eigenes Bild dazu machen könnt. Ich hatte den Namen Monsanto zuvor zwar schon gehört, mich aber nicht im Detail damit beschäftigt und war dementsprechend schockiert, was ich im Zuge meiner “Recherche” alles erfahren musste.
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Den Demonstranten war es wirklich ein Anliegen, nicht nur Radau zu machen sondern auch aufzuklären. So haben sie uns kurzerhand Flyer mit allen möglichen Informationen in die Hand gedrückt und wir konnten uns mit einem von ihnen auch ein wenig unterhalten. Die Natur und die Menschen, die mit diesen Mitteln arbeiten, sollten uns – auch in unserem eigenen Interesse – nicht so egal und gleichgültig sein. Die Demo war tatsächlich sehr friedlich, mit ein bisschen Musik und einer Menge Familien, die zusammen mit ihren Kindern unterwegs waren. Sehr interessant und für uns persönlich eine kleine Bereichung – nicht nur für die Reise.
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Am nächsten Tag war das Wetter leider nicht mehr ganz so toll aber macht nix – es war unser Jahrestag und somit gab es Anlass für ein leckeres Frühstück. Normalerweise sind mein Mann und ich nicht so die großen Frühstücker aber besondere Anlässe verlangen besondere Frühstücke. So sind wir losgezogen um im Großstadtjungle ein standesgemäßes Café zu finden und dank der Adleraugen meines Mannes war das auch kein Problem. Wir sind nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt in einem kleinen farnzösischen Café gelandet und haben uns eine kleine Auswahl bestellt. Alles sehr lecker und wir waren danach satt und glücklich.

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Die Auslage des Cafés war auch nicht von schlechten Eltern aber leider waren wir so voll und die Temperaturen haben es leider (meine Waage sagt “Zum Glück”) nicht zugelassen, dass wir da auch noch etwas mitnehmen. Außerdem ist es bei mir erfahrungsgemäß so, dass ich nach einem süßen Frühstück gern am liebsten noch ein deftiges Stück Käse hätte (und nach einem deftigen Abendessen gern noch etwas Schokolade). Man möchte eben immer das, was man nicht haben kann. Da ändert auch das Alter nichts daran :o)

Am nächsten Tag ging dann leider schon unser Flug Richtung Deutschland. Ich habe die Zeit in den USA sehr genossen. Bis vor ein paar Jahren, hätte ich mir die Staaten nicht unbedingt freiwillig als Urlaubsziel ausgesucht, gibt es doch eine ganze Menge anderer Plätze auf dieser Erde, die ich dringender sehen möchte. Aber dieser Roadtrip hat und wahnsinnigen Spaß gemacht, wir haben eine handvoll netter Menschen getroffen, das Wetter genossen und haben neben den genannten Köstlichkeiten noch eine Menge Muffins, Cookies und anderer typisch amerikanischer Leckereien verputzt. Solltet ihr jemals überlegen euch die Südstaaten anzusehen – macht es. So viele freundliche und zuvorkommende Menschen, sind uns in den anderen Teilen der USA bisher nicht über den Weg gelaufen.
Bis zu nächsten Reise!

Bon voyage!

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