{Rezension} Die Einmach Bibel von Sarah Schocke und Alexander Dölle

Einmachen und Haltbarmachen sind genau meine Themen. Ich liebe es, die Saison für viele Obst- und Gemüsesorten zu verlängern. Ist es nicht toll, wenn man im Winter in seinen eigenen kleinen Tante Emma Laden gehen kann um dort ein Glas der selbstgemachten Tomatensauce “einzukaufen” und sich den Sommer zurück auf den Teller zu holen? Gerade wenn es mal schnell gehen muss, ist es toll Vorräte zu haben bei denen man genau weiß, was drin ist. Man kann die Zutaten selbst auswählen, würzen wie es einem schmeckt und weiß, dass sauber gearbeitet wurde. Übrigens ist “Haltbargemachtes” – egal ob getrocknet, eingekocht oder gepökelt – immer ein tolles Geschenk!

Zu den Autoren

Hinter diesem Buch stecken zwei Autoren. Einerseits Sarah Schocke, Ökotrophologin, die als Journalistin und Autorin in Frankfurt am Main lebt und arbeitet, andererseits Alexander Dölle, seineszeichens ebenfalls Ökotrophologe, der für ein führendes Unternehmen in der Biobranche arbeitet und in seiner Freizeit leidenschaftlich gerne kocht.
Das Autorenteam ist eingespielt und hat bereits an mehreren Büchern gemeinsam gearbeitet. Auch in dieses Buch bringen sie ihr gesammeltes Fachwissen zum Thema “Haltbarmachen” ein.

Erster Eindruck

Das Cover gefällt mir. Stellt man sich unter einer “Einmach Bibel” im ersten Moment vielleicht ein etwas eingestaubtes Heftchen aus Omas Zeiten vor, so wird man hier eines besseren belehrt. Das Cover zeigt acht Rezeptfotos aus dem Buch – und die machen Lust auf mehr. Modern, farbenfroh und rein gar nicht eingestaubt. So schafft es schon das Cover dieses Cliché zu widerlegen.
Und genauso geht es auch im Inneren des Buches weiter. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, gefällt mir das Buch auf den ersten Blick sehr gut. Fest gebunden, angenehme Seitenstärke, eine große Anzahl an Rezepten und tolle Fotos. Das Buch macht neugierig, man möchte es in die Hand nehmen und fleißig Klebezettelchen darin verteilen.
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

Inhalt

Das erste, was beim Aufschlagen des Buches ins Auge sticht, ist der Saisonkalender. Man findet ihn direkt auf der Innenseite des Buchdeckels. So kann man sich sofort und ohne lästiges Blättern einen Überblick darüber verschaffen, welches Gemüse gerade als Lagerware erhältlich ist, Saison hat oder eben nicht. Das gleiche findet man ganz zum Schluss des Buches nochmal für Obst und Nüsse. Das hat einerseits den Vorteil, dass wertvolle Seiten für tolle Rezept gespart werden konnten und andererseits, dass lästiges Suchen sowie Vor- und Zurückblättern entfällt.
Nach einem kurzen Vorwort der Autoren kommt ein ganz entscheidendes Kapitel: Grundlagen. Ich tendiere gerne dazu, Kapitel mit viel Text einfach auszulassen und direkt in den Rezeptteil überzugehen aber in diesem Fall wäre das fatal. Immerhin will man etwas über die Haltbarmachung von Lebensmitteln lernen und das geht nur, wenn man gewisse “Regeln” befolgt. In diesem Kapitel erfährt man so Einiges zu den Themen Lagerung von Lebensmitteln und den verschiedenen Konservierungsmethoden. Hier werden u.a. das Einkochen, Pökeln, Dörren, Lufttrocknen, Räuchern, Beizen sowie Fermentieren erklärt. Interessant sind hierbei immer die Tipps der beiden Autoren. Aber keine Sorge, es ist zwar viel Text aber es gibt auch einige Bilder um die Konservierungsmethoden zu veranschaulichen. Nach dem Grundlagenkapitel folgt der eigentliche Rezeptteil. Dieser ist in folgende Kapitel unterteilt:
  • Obst
  • Gemüse
  • Milch
  • Fleisch
  • Fisch
  • Kräuter & Gewürze
An den Rezeptteil schließen das Register, Web-Adressen, die Lebensläufe der Autoren sowie Widmung und Danksagung an.
Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist logisch – so beginnt das Kapitel Obst mit Apfel-Zitronenmelisse-Gelee und endet dem Alphabet folgend mit Zitronen in Limoncello. So sind auch die anderen Kapitel in sich alphabetisch nach der Hauptzutat sortiert.
Am Ende eines jeden Kapitels findet man noch jeweils einige wenige Rezepte von Profiköchen. Diese Seiten heben sich durch eine andere Hintergrundfarbe von den restlichen Seiten ab.
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

Rezepte

Die Rezepte gefallen mir gut denn es ist eine ausgewogene Mischung aus Klassischem wie z.B. Erdbeer Rhabarber Kompott, Himbeersirup oder Sauerkraut und etwas ausgefalleneren Kombinationen wie Erdbeer-Salbei-Balsamico-Creme, Kirsch-Grapefruit-Konfitüre oder Kürbisragout mit Pflaumen.
Der Großteil der Zutaten ist in jedem Supermarkt zu bekommen, das Meiste aber auch aus dem heimischen Garten – denn genau dazu war Haltbarmachen ja eigentlich gedacht: Saisonales Obst und Gemüse für den Winter zu konservieren. Wer also außergewöhnliche Zutaten erwartet, wird überrascht sein ob der bodenständigen Zutaten.
Die Rezepte sind allesamt leicht umzusetzen. Also selbst für absolute Neulinge in der Küche und für Debütanten in Sachen Haltbarmachen sind die Rezepte toll geeignet.
Besonders gut gefällt mir die genaue Angabe der Gläsergrößen und die Informationen zur Haltbarkeit. So kommen keine Missverständnisse auf und das Rätselraten hat ein Ende. Definitv ein Pluspunkt bei mir.
Was die Rezeptmengen anbelangt so sind diese eher gering bemessen. Im Einleitungstext schreiben die Autoren, dass dies bewusst so gemacht wurde. Erst einmal eine kleine Menge zubereiten und wenn das Ergebnis überzeugt, können die Rezepte nach Lust und Laune verdoppelt, verdreifacht oder vervierfacht werden. Je nach Ernte und Gusto.
Leider konnte ich noch nicht so viele Rezepte ausprobieren da der Sommer ja gerade erst beginnt und die verschiedenen Obst- und Gemüsesorten gerade erst Saison haben. Ausprobiert habe ich aber sowohl die Ofenzucchini-Passata als auch den Karottenaufstrich mit Paprika und Curry.
Die Rezepte haben einwandfrei funktioniert, die Mengenangaben haben zu den Gläsergrößen gepasst und das Einkochen hat erwartungsgemäß auch funktioniert. Dieses Jahr stehen noch so einige Rezepte auf meinem Plan. Besonders interessieren mich folgende Rezepte aus dem Buch:
  • Bohnen-Tomaten-Gemüse
  • Caponata
  • Pflaumenmus
  • Kirschkompott für Tartes oder Pies
  • Ajvar
Außerdem möchte ich unbedingt ein paar Basics wie Crème Fraîche, Paneer (indischer Frischkäse) sowie eingelegte Joghurtbällchen ausprobieren.
An die Fleisch und Fischsachen traue ich mich noch nicht so recht heran zumal ich noch nie in meinem Leben Wurst selber hergestellt habe. Aber es gibt für alles ein erstes Mal und wenn die Zeit dafür reif ist, werde ich sicherlich mal einen Blick in dieses Buch hier werfen.
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

Resumé

Einmachen und Haltbarmachen ist genau meins. Ich liebe es, in meinen kleinen Tante Emma Laden im eigenen Keller “einkaufen” zu gehen und mich je nach Lust und Laune zu bedienen. Den Sommer in ein Glas stecken und im Winter in Erinnerungen schwelgen. Das liebe ich. Umso gespannter war ich auf dieses Buch. Und es gefällt mir wirklich sehr gut. Wenn ich einen Kritikpunkt suchen müsste, dann wäre es der, dass für die Marmeladen im Buch meist Gelierzucker 2:1 verwendet wird. Und der enthält oft (nicht immer) Konservierungsstoffe. Aber wer genau liest und das Buch ein wenig “studiert” findet eine Alternative darin. Ich persönlich verzichte beim Einkochen und Haltbarmachen komplett auf künstliche Konservierungsstoffe und genau deshalb ist mir das aufgefallen. Ansonsten gefallen mir die Rezepte wunderbar. Wenn ihr euch für dieses Thema interessiert, dann werft einen genaueren Blick ins Buch! Ich werde es diese Einkochsaison sicherlich noch öfter in die Hand nehmen und mich davon inspirieren lassen – denn das sind Kochbücher für mich: Inspirationshilfen und nie starre Rezepte die starr befolgt werden müssen. Kurzum: ein tolles Buch mit viel Liebe zum Detail, vielen wichtigen Informationen zum Thema und tollen Rezepten!

Infos

Titel: Die Einmach-Bibel
Autoren: Sarah Schocke und Alexander Dölle
Erschienen im Christian Verlag
ISBN-13: 978-3-86244-769-5
320 Seiten, 250 Abbildungen
39,99 Euro

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2 Kommentare zu “{Rezension} Die Einmach Bibel von Sarah Schocke und Alexander Dölle

  1. Ohhh, das Buch klingt sehr interessant! Ich hab daheim bereits ein Haltbar-machen Buch. Darin gefällt mir besonders der Milchteil. Für Fleisch und Co hab ich bisher das Meat Basics ran gezogen. Habe jetzt nach deiner Rezesion mal online ins Buch geschaut. Die Tipps zum Einlagern sind ja alleine schon super! Und nach dem Blick ins Register und dem Wort "Birnenketchup" ist es um mich geschehen 😉
    Tolle Rezesion!

    Liebe Grüße

    Helene

  2. Liebe Helene,
    Ich bin auch ganz begeistert von diesem Buch! Ich habe definitiv vor noch einiges auszuprobieren. Das Buch Meat Basics kenn ich nicht, muss ich mal anschauen!
    Schönen Abend wünsche ich dir!
    Liebe Grüße

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