Apfelküchle
Apfelbeignets oder Applefritters

Hach, ich weiß, die richtige Apfelsaison ist schon vorbei. Die Äpfel, die man jetzt noch bekommt sind Lagerware. Aber mit ein bisschen Glück sind auch die noch so richtig schön knackig und kein bisschen mehlig. So mag ich meine Äpfel nämlich am liebsten – also entweder knackig oder umhüllt von einem leckeren Teig und ausgebacken in Fett. So wie diese leckeren Apfelküchle.Tatsächlich könnte ich mich daran vollkommen sinnlos überfressen. Wenn man dann noch eine leckere Kugel Vanilleeis, eine extra Portion Sahne oder wahlweise auch eine cremige Vanillesauce dazu isst, dann ist eigentlich schon alles perfekt. Oder wie seht ihr das?

Ich habe übrigens keine Ahnung, wie diese Dinger auf Hochdeutsch heißen. Als ich im Internet ein wenig recherchiert habe, bin ich wahlweise auf Apfelküchle (so sagt man hier in der Region), Applefritters oder Apfelbeignets gestoßen. Letzteres erinnert mich stark an unseren Südstaatenurlaub vor ein paar Jahren.

Denn als wir abends in New Orleans angekommen sind, waren wir nach dem Flug und der langen Reise einfach nur noch todmüde. Auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel haben wir nur kurz an einem Supermarkt gehalten, ein paar alkoholische Kaltgetränke besorgt und sind dann schnurstracks in unser Hotel im Zentrum New Orleans gefahren.

Nach einer entspannten Nacht sind wir dann am nächsten Morgen losgezogen um die nähere Umgebung auszukundschaften. Und dabei ist uns prompt eine zig Meter lange Schlange ins Auge gestochen. Was die wohl am frühen Morgen schon alle dort wollen? Wir waren ein bisschen verdutzt.

Und hey, ich bin eine Frau. Frauen sind von Natur aus neugierig! Also habe ich mich herangepirscht nur um dann festzustellen, dass alle für die berühmten New Orleans Beignets anstehen. Ich gebe es zu – ganz offensichtlich hatte ich meine Hausaufgaben nicht ganz so gründlich gemacht. Und im Nachhinein ist es mir schon fast peinlich denn… Wie um alles in der Welt kann man nach New Orleans reisen und NICHTS über die berühmten Beignets wissen?

Wer sich jetzt fragt “Was zum Henker ist das denn?” – es sind im Grunde Donuts ohne Loch. Eckige Krapfen. Kleine Hefeteigkissen, in Fett ausgebacken und mit einer großen Ladung Puderzucker versehen. Die Schlange vor dem berühmten Café du Monde hat übrigens nicht nur in den frühen Morgenstunden bis zur nächsten Straßenecke gereicht sondern das ging tatsächlich den gesamten Tag so.

Und während ich unendlich neugierig war und dringend solche leckeren Beignets probieren MUSSTE, konnte ich meinen Mann nicht davon überzeugen, uns eine halbe Ewigkeit bei sengender Hitze anzustellen, nur um ein paar Hefeteilchen zu essen.

Und wisst ihr was? Ich bereue es! Denn selbst wenn ich jetzt ein Rezept aus dem Internet heraussuche und es zubereite – ich werde nie wissen, wie nah ich dem Original damit komme. Oder eben nicht. Tja, das Leben ist manchmal unfair 😀

Aber ich werde darüber hinwegkommen. Und wenn ich dann doch mal einen Moment innehalte und mich ärgere, dann verdrücke ich eben zwei oder drei dieser leckeren Apfelküchle und bin gleich wieder versöhnt.

Der Teig hat übrigens nicht im entferntesten etwas mit den New Orleans Beignets zu tun. Und trotzdem sind sie nicht minder lecker…. Denke ich 🙂 In jedem Fall solltet ihr die Tage dringend alles besorgen, was ihr dafür braucht und sie am Wochenende zu Kaffee und Kuchen servieren. Bei den Temperaturen wärmen sie so richtig schön von Innen raus!

Apfelküchle
 
Zutaten
  • Für den Teig
  • 250 g Weizenmehl
  • 2 TL Backpulver
  • 50 g Zucker
  • 2 Eier (M), getrennt
  • 250 ml Milch
  • ½ TL Ceylon Zimt*
  • 1 TL Vanilleextrakt, selbstgemacht oder gekauft*
  • 1 Prise Salz
  • Außerdem
  • 4-5 mittelgroße, säuerliche Äpfel
  • 1l Frittieröl
Zubereitung
  1. Für den Teig zunächst das Mehl zusammen mit dem Zimt, dem Backpulver, der Prise Salz und dem Zucker in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen verrühren.
  2. In einer zweiten Schüssel die Eigelbe zusammen mit der Milch und dem Vanilleextrakt verrühren.
  3. Nun die feuchten Zutaten zu den trockenen Zutaten geben und alles klümpchenfrei miteinander verrühren. Den Teig abgedeckt auf der Arbeitsplatte ca. 30 Minuten ruhen lassen.
  4. Anschließend das Öl in einen hohen Topf geben und erhitzen. Die perfekte Temperatur zum Frittieren liegt bei ca. 170 Grad. Am besten mit einem Thermometer kontrollieren!
  5. Das Eiweiß nun in einer fettfreien Schüssel zu Schnee schlagen und in drei Portionen unter den Teig heben. Dabei so wenig Luft wie möglich herausdrücken.
  6. Die Äpfel schälen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Mit einem Apfelentkerner nun das Gehäuse großzügig entfernen und die Apfelscheiben durch den Teig ziehen, überflüssigen Teig ein wenig abtropfen lassen (nicht zu viel) und in das heiße Fett geben.
  7. Dabei niemals mehr als 4-5 Scheiben hineingeben, da das Fett sonst zu weit runter kühlt.
  8. Die Apfelküchlein nun pro Seite ca. 2-3 Minuten frittieren, aus dem heißen Fett heben und auf einen mit Küchenkrepp ausgelegten Teller geben.
  9. Mit den restlichen Äpfeln ebenso verfahren.
  10. Mit Puderzucker bestäuben und servieren!

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