Erdbeermarmelade mit Pektin
ohne Gelierzucker

Heute gibt es ein eigentlich total simples Rezept bei mir – Erdbeermarmelade! Ich liebe Erdbeeren! Umso mehr schmerzt es mich, dass ich dieses Jahr die Erdbeersaison quasi nur als Zuschauer miterleben darf. Erdbeeren sind dieses Jahr für mich tabu… Und auch wenn ich das jetzt so locker schreibe, so wird mich das nachhaltig prägen… Okay, okay, vielleicht ist es auch nicht ganz so schlimm aber ärgern tut es mich dennoch. In der Schwangerschaft ärgert man sich, dass man gewisse Dinge nicht essen darf, aber in der Stillzeit ist es in meinen Augen fast noch schlimmer. Jetzt darf ich zwar wieder nach Lust und Laune Salami und Mettwurst essen, dafür sind andere Dinge tabu – das Kind könnte ja darauf reagieren. Und meins tut das auch. Woher ich das weiß? Ich habe da unter Umständen, vielleicht, also nur eventuell mal ein oder zwei Erdbeeren gegessen – und der Hintern meines kleinen Babys ähnelte abrupt dem eines Pavians (falls du das jemals liest, Levi, es tut mir leid – sowohl, dass ich nicht auf Erdbeeren verzichten wollte als auch, dass ich das mit dem Hintern erwähnt habe…).

Wenn ich also aktuell keine Erdbeeren essen darf, dann konserviere ich mir den Geschmack eben für später. In diesem Fall mit einer wirklich super leckeren Marmelade. Und weil ich von fertigem Gelierzucker und dessen Zusätze (Konservierungsstoffe, Zitronensäure etc.) nicht sonderlich viel halte, arbeite ich mit Pektin*. Das funktioniert wunderbar und ist komplett natürlich. Falls ihr euch jetzt fragt, wo ihr das herbekommt, dann ruft einfach bei einem Reformhaus in eurer Nähe an oder geht vorbei. Ich hatte bis jetzt noch nie Probleme Pektin zu finden – im Internet bestellen ist hier normalerweise wirklich nicht nötig.
Die erste Ladung, die ich dieses Jahr gekocht habe, konnte ich übrigens nicht fotografieren. Ehe ich dazu kam war sie aufgegessen. Heute mache ich mich an die dritte Portion – und eine Ladung besteht bei mir aus dem dreifachen Rezept :o)
Erdbeermarmelade mit Pektin - ohne Gelierzucker
 
Zutaten
  • Für 5 Gläser à 220 ml
  • 1,25 kg Erdbeeren
  • 500 g Zucker
  • 1 Zitrone, den Saft davon
  • 20-22 g Apfelpektin*
Zubereitung
  1. Die Erdbeeren waschen, das Grün entfernen und je nach Größe halbieren oder vierteln. Ihr solltet für die Marmelade 1 kg geputzte Erdbeeren haben.
  2. Die Erdbeeren zusammen mit 450 g des Zuckers in eine Schüssel geben und gut verrühren. Das Ganze nun für mindestens 12 Stunden mazerieren lassen. So wird der Saft aus den Erdbeeren gezogen und ihr habt einen ganz geschmackvollen Sirup.
  3. Einen Teller in den Kühlschrank oder das Gefrierfach legen - den benötigt ihr später für die Gelierprobe.
  4. Die Erdbeeren nun samt dem Sirup und dem Saft einer Zitrone in einen großen Topf geben und ca. 30-35 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dabei immer wieder umrühren und den entstehenden Schaum mit einer Schaumkelle oder einem Löffel abschöpfen.
  5. Nun mit einem Pürierstab zu einer feinen Marmelade pürieren.
  6. Das Pektin in einer kleinen Schüssel mit dem restlichen Zucker vermischen. Unter ständigem Rühren langsam in die Erdbeermasse einrieseln lassen - nicht alles auf einmal und nicht zu schnell sonst verklumpt das Pektin.
  7. Die Marmelade nun noch einmal aufkochen und 5 Minuten sprundelnd kochen lassen. Den Teller aus dem Gefrierfach holen und ein paar Tropfen Marmelade darauf geben. Sie sollte innerhalb weniger Sekunden stocken und nicht mehr verlaufen.
  8. Die Marmelade in sterilisierte Gläser füllen und fest verschließen. Die Marmelade wird noch fester sobald sie abkühlt und zieht nochmal an sobald sie im Kühlschrank steht.
  9. Hinweis zum Steriliseren von Gläsern: Die Gläser und Deckel müssen zunächst sauber ausgespült und abgetrocknet werden. Nun gibt es zwei verschiedene Arten, die Gläser zu sterilisieren:
  10. Die sauberen Gläser und Deckel auf ein Backblech geben, sodass sie sich nicht berühren. In den ausgeschalteten Backofen geben. Den Backofen samt Gläser auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Sobald der Backofen die Temperatur erreicht hat, die Gläser noch ca. 10-15 Minuten im Backofen steriliseren. Im geschlossenen Backofen etwas abkühlen lassen.
  11. Die Gläser und Deckel in einen großen Topf geben. Mit Wasser auffüllen und zum kochen bringen. Das Wasser nun 10 Minuten sprudelnd kochen lassen und die Gläser und Deckel so steriliseren. Anschließend aus dem Topf nehmen und umgekehrt auf ein frisches, sauberes Geschirrtuch stellen. Die Gläser erst zum Befüllen wieder richtig herum drehen.
  12. Haltbarkeit: Da die Zuckermenge reduziert ist und keine Konservierungsstoffe enthalten sind, sagt man, dass die Marmelade nicht ganz so haltbar ist, wie eine mit mehr Zucker (Zucker konserviert) oder mit Zusätzen zur Konservierung. Ich persönlich habe allerdings eine andere Erfahrung gemacht. Meine Marmelade hat sich stets bis zur nächsten Saison gehalten - das erwähne ich aber unter Vorbehalt denn es kommt selbstverständlich auch darauf an, wie sauber ihr arbeitet und wie das fertige Produkt gelagert wird.

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8 Kommentare zu “Erdbeermarmelade mit Pektin
ohne Gelierzucker

  1. Hallo Janina,
    ohje… ich bin auch völlig verrückt nach Erdbeeren, das ist für dich sicher hart. Wobei es dich ja vielleicht ein bisschen tröstet, dass dieses Jahr dank des Wetters auch kein gutes Erdbeerjahr ist. Die Idee mit deiner Marmelade gefällt mir sehr gut! Ein tolles Rezept, dass ich nächstes Jahr (wenn wir wieder auf dem Feld pflücken können) auf jeden Fall austeste!
    Was du noch testen kannst, um dir den Erdbeergeschmack zu konservieren, wäre ein Erdbeeressig. Der schmeckt auch toll fruchtig und verlängert die Saison doch sehr. Mache ich jedes Jahr mittlerweile.
    Liebe Grüße,
    Eva

  2. Das ist eine gute Idee! Das werde ich probieren! Und du hast recht! Dieses Jahr ist die Erdbeersaison nicht so gut. Da bin ich gar nicht so böse ?
    Liebe Grüße

  3. Hallo Janina,
    endlich ein Erdbeermarmeladenrezept ohne künstliche Zutaten. Welches ich auch unbedingt ausprobieren möchte. Eine Frage dazu: welches Apfelpektin nimmst du (Firma) oder machst du es auch selbst?
    Sonnige Grüße,
    Kathrin

  4. Guten Morgen Kathrin!
    Ja ich mag einfach nicht mit diesen ganzen Zusatzstoffen arbeiten. Wenn man ganz sauber arbeitet oder mehr Zucker benutzt, ist diese Variante genauso gut haltbar!
    Ich benutze das Apfelpektin "100% Apfelpektin von Natura". Das ist das, was ich immer im Reformhaus bekomme!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

    Janina

    1. Hallo Nicole!
      Nicht angebrochene Gläser lagere ich in einem Regal im Keller. So steht es kühl und lichtgeschützt.
      Geöffnete Gläser stelle ich in den Kühlschrank und brauche sie schnellstmöglich auf.
      Liebe Grüße
      Janina

  5. Wow. Die Sterilisierung hört sich echt kompliziert an. Also ich spüle die Gläser normal mit Spöli. Und dann heiß ausspülen (meist mit Wasser, das man gerade noch so ertragen kann (sonst verbrühe ich mich ja).
    Das hat bisher eigentlich immer gereicht. Mit ist bisher keine Marmelade schimmelig geworden. Ich nehme aber auch Gelierzucker (bzw. Gelfix 2:1 von Dr Oetker). Weiß nicht, ob das ein Schimmeln eher verhindert.

    1. Hallo Tobiad!
      Natürlich kann man es auch anders machen. Allerdings gebe ich meinen Lesern ausschließlich die Variante, die 100% sicher ist. So ist jeder auf Nummer sicher, dass weder die Arbeit umsonst war noch die Lebensmittel vergeudet wurden.
      Wenn du Gelierzucker verwendest ist meist ein Kondervierungsstoff enthalten. Das gibt zusätzliche Sicherheit, möchte ich persönlich aber nicht.
      Liebe Grüße
      Janina

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